Paarberatung / Paartherapie / Eheberatung

Wenn beide Partner sich in einer Beziehung engagieren und sich weiterentwickeln möchten, sind dies schon sehr gute Voraussetzungen für eine Paarberatung oder Paartherapie. 

Brauchen wir eine Paartherapie?

Zwei Hände

Vielleicht helfen Ihnen zunächst folgende Fragen: 

  • Können wir uns noch erreichen?
  • Reagieren wir noch emotional aufeinander?
  • Engagieren wir uns? Bleiben wir trotz unserer Konflikte miteinander verbunden?
  • Übernehmen beide Partner Verantwortung für die Beziehung?

Viele Paare kommen gut zurecht, obwohl sie eigentlich nicht zusammen passen. Andere haben Schwierigkeiten, obwohl sie sehr gute Grundvoraussetzungen haben. Die Persönlichkeit lässt sich schwer verändern, das ist auch nicht notwendig. Das Geheimnis guter Partnerschaften liegt neben der persönlichen Reife auch in der Art, wie wir miteinander sprechen. Kommunikation lässt sich relativ leicht erlernen! 

Wie läuft es ab?

Eine Paarberatung dauert pro Sitzung 90 Minuten. Um genügend Zeit zu haben, das Geschehen innerhalb der Beziehung zu verstehen, werden mehrere Sitzungen empfohlen. Die Anzahl der Sitzungen richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen eines Paares. Es hat sich gezeigt, dass 10 Termine eine gute Basis darstellen.

 

In vielen Fällen macht es Sinn, erst einmal allein zu kommen. Da es in der Regel zunächst darum geht, dass jeder der Beteiligten die innere Mitte wiederfindet, sich selbst gut stabilisieren und sich dadurch auch gut beruhigen kann. Erst im nächsten Schritt ist es möglich, wieder angemessen in Konflikten zu reagieren. Dann ist es sehr gut machbar, engagiert am gemeinsamen Wachstum zu arbeiten.

 

Damit Sie einen Eindruck bekommen, empfiehlt sich zunächst eine einmalige Beratung, danach entscheiden wir gemeinsam, ob es Sinn macht, sich auf einen tieferen Prozess von weiteren Terminen einzulassen. 

Ziele

Beziehungsstress ist sehr bedrohlich, da es eines unserer wichtigsten Grundbedürfnisse, das der Bindung, angreift. Bindung ist existentiell und die Angst, jemanden zu verlieren, kann uns in unseren Grundfesten erschüttern. Daher lautet das erste Ziel:

Stressabbau und Beruhigung

Gräser im Abendlicht

 

Zunächst einmal ist es wichtig, zu verstehen, weshalb wir so gestresst reagieren. Hier eine erste Information dazu:

 

Emotionaler Stress verursacht Blockaden, da unser psychisches System nur noch sehr einseitig funktioniert. Wir können nicht mehr klar denken, weil wir von Stresshormonen überflutet werden. Wir befinden uns im sogenannten "fight-and-flight-Syndrom". Das bedeutet, dass wir uns in schlimmen Beziehungskonflikten oft nicht logisch verhalten. Wir können in solchen Situationen kaum auf unserer normalerweise positives Verhalten zugreifen, das wir in entspannten Sitationen einsetzen. Wir verhalten uns unreif. Aus diesem Grunde reagieren wir in emotional stark aufgeladenen und belastenden Konfliktsituationen entweder gar nicht, oder wir reagieren über oder unter. Damit lösen wir auch beim Partner Stress aus, wir stecken uns gegenseitig an. Wir denken, wie konnten wir nur diesen Partner wählen? Es ist aber nicht der Partner, der sich so schrecklich benimmt, sondern wir haben es mit seinem "fight-and-flight-Modus" zu tun. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass sich unsere Probleme trotz intensivster Bemühungen in festgefahrenen Beziehungskrisen meist zuspitzen. 

Abwehrstrategien abbauen

Fauchender Schneeleopard, gestresst

 

Wenn wir Probleme haben und es uns mies geht, sind wir vor allem damit beschäftigt, Angst abzuwehren. Das tut jeder ein bisschen anders, je nachdem, wie es uns als Kind genutzt hat. Vielleicht können Sie sich in einem oder mehreren der folgenden Abwehrstrategien während unangenehmer Konflikte wiederfinden: 

 

Kampf:  Wir sind vorwürflich, meckern, streiten, jammern, klagen und fühlen uns wie ein Opfer. Wir verlieren viel Energie und versuchen, Dinge zu erzwingen. Oft versuchen wir auch, jemanden zu retten oder zu ändern.

 

Flucht:  Wir vermeiden die Auseinandersetzung, weichen aus, sind unehrlich, flüchten aus Konflikten, überhören Dinge, vergessen Unangenehmes, verhalten uns bockig, wiederholen immer wieder die selben "Fehler", leugnen Tatsachen, haben eine außereheliche Beziehung, lenken uns mit Dingen ab (Süchte und Zwänge aller Art)

 

Erstarrung:  Wir fühlen uns wie gelähmt, schweigen, wenn wir was sagen sollten, sind vollkommen überfordert, fühlen uns hilflos, handlungssunfähig, stimmen Vereinbarungen zu, die wir gar nicht halten können, etc. 

Wunde Punkte erkennen

Zu dem aktuellen emotionalen Beziehungsstress kommen noch andere Faktoren dazu: Jeder der beiden Partner bringt seine eigene Geschichte und wunden Punkte mit. Es gibt also bereits unbewusst gespeicherten emotionalen Stress, der bei beiden Partnern bei bestimmten Themen ausgelöst wird. Wenn solche Punkte getroffen wurden, fühlen wir uns wie in Trance, überflutet von Stresshormonen und sind verwirrt und unglücklich.

 

Meistens sehen wir schnell, was beim Partner im Argen liegt, aber die eigenen "Baustellen" im Unbewussten verwaisen. Da dies meist beide Partner tun, agieren beide ahnungslos ihre Themen aus und drücken so den Schmerzpunkt des Anderen.

 

Der erste Schritt ist also, zu erkennen, dass wir blockiert sind. Wenn wir wieder etwas Abstand haben, fällt es uns auch leichter, zu erkennen, dass der Partner gerade stark belastet und für vernünftige Argumente nicht zugänglich ist. Wenn wir unser Herz hierfür öffen, ist eine Umkehrung des oft sehr festgefahrenen Konfliktgeschehens möglich.

Lernen, sich selbst zu beruhigen - Achtsamkeit

Blühender Löwenzahn in Großaufnahme, weich weiß

 

An dieser Stelle macht das Erlernen von Achtsamkeitstechniken Sinn. In der Paartherapie geht es vor allem darum, zu lernen, sich selbst zu stabilisieren und zu beruhigen, weder über- noch unterzureagieren. Es gilt auch, eine Zeit des Unbehagens auszuhalten und sich eigenes Verhalten bewusst zu machen, das nicht mehr zielführend ist. Auf meiner Homepage finden Sie eine sehr gute Übung. Sie heißt Bodyscan. Alles was Sie zum Thema Achtsamkeit fürs Erste wissen müssen, finden Sie im Menü unter Entspannung. Dort ist auch ausführlich erklärt, wie Stress auf unser Nervensystem wirkt.

Kommunikation verbessern

Zeichnung von zwei Köpfen der eine ausgefüllt mit Blättern, der andere mit Zahnrädern, kommunizieren gestresst miteinander.

 

Zu all den Schwierigkeiten kommen dann häufig noch unterschiedliche Kommunikationsstile, z.B. verfolgender oder vermeidender Kommunikationsstil. Diese beiden Stile in Harmonie miteinander zu bringen, kann ebenfalls ein wichtiges Ziel in der Paartherapie sein, da es sich auf allen Ebenen der Beziehung zeigt, auch in der Sexualität. Hier zeigt sich dann die ganze Beziehungsdynamik. Ein Zuviel des Einen bewirkt nicht selten ein Zuwenig des Anderen und umgekehrt. Wir befinden uns in einem Beziehungs-System: Alles wirkt auf Alles.

Zusammenfassung

Hund, der auf einer Bank steht und auf einen Bergsee unter ihn blickt.

 

Ein Erwachsener, der in der Beziehung "sichtbar" ist mit seinen Wünschen und Bedürfnissen, ist nahbarer und bindungsfähiger als ein Erwachsener, der eine Rolle spielt und die authentische Kommunikation verweigert oder Konflikte mit Vorwürfen zu lösen versucht. Wenn wir lernen, nicht im Stressmodus zu reagieren, sondern bewusst über Entspannungstechniken das innere Unbehagen abzubauen, können wir konstruktiv Konflikte lösen, indem wir unsere Fähigkeiten einsetzen und wenn notwendig, neue Kompetenzen erlernen. Unser Selbstwert steigt und die Beziehung verbessert sich. Durch die Bewusstwerdung unserer Gefühle und Bedürfnisse verbessert sich auch unser Mitgefühl für uns selbst und die Empathiefähigkeit nimmt zu. Wir entwickeln uns persönlich weiter und unsere Beziehungen profitieren nachhaltig davon.

 

Wenn Sie an einer Paarberatung oder einer Paartherapie interessiert sind, scheuen Sie sich nicht, mich unverbindlich telefonisch oder per Mail zu kontaktieren. Gerne beantworte ich Ihre Fragen.